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Was ist Cor-ten®-Stahl?



COR-TEN®-Stahl, wetterfester Stahl, Edelrost, Rost-Optik – was ist das?


In der Gartengestaltung wird gerne rostiger Stahl verwendet, da dieser durch seine poröse Struktur und seine erdig-braune Farbe sehr ästhetisch wirkt.

Wenn man sich mit solch rostigen Sichtschutz-Wänden, Kaminen oder Acccessoires beschäftigt, kommen schnell viele Fragen auf: Was ist COR-TEN®-Stahl? Ist Stahl wetterfest? Was bedeutet Edel-Rost?


Baustahl vs. wetterfester Baustahl

Rostiger Stahl ist nicht gleich rostiger Stahl: Neben „normalem“ Stahl, der aufgrund der Witterungseinflüsse einfach verrostet (d.h. sich zersetzt), gibt es auch kontrolliert gerosteten Stahl. Dieser rostet nur an der Oberfläche und bildet dann eine Sperrschicht, so dass der Rost nicht tiefer geht. Genannt wird dieser wetterfeste Baustahl landläufig auch Corten®-Stahl oder in anderer Schreibweise COR-TEN®-Stahl.

Cor-Ten®-Stahl ist die spezielle Bezeichnung eines amerikanischen Stahlproduzenten für seinen wetterfesten Stahl. Es handelt sich um eine geschützte Markenbezeichnung, die im Rahmen der Vermarktung von Stahl nur mit Erlaubnis des Markeninhabers verwendet werden darf.


Wie unterscheiden sich wetterfester Stahl und herkömmlicher Baustahl?

Wetterfester Baustahl unterscheidet sich von herkömmlichem Stahl nur durch seine Legierungsanteile: Wetterfester Stahl enthält zusätzlich Kupfer und Chrom, was ihn wetterfest macht. Dabei sind es nur minimale Unterschiede von etwa einem Prozent (!), die diesen Stahl widerstandsfähiger gegen die Korrosion machen. Ansonsten unterscheidet sich wetterfester Stahl nicht von herkömmlichem Stahl. Die mechanischen Eigenschaften beider Materialien sind nahezu gleich.

Gerosteter Stahl

Normaler Baustahl rostet, sobald er Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Chemisch gesehen ist Rost das Korrosionsprodukt, das aus Eisen oder Stahl durch Oxidation mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser entsteht. Dieser Zersetzungsprozess (Rost hat eine geringe Festigkeit) kann immer weiter fortschreiten – darin liegt der entscheidende Unterschied zu wetterfestem Baustahl.

Wie entsteht die Rostschicht bei wetterfestem Stahl?

  • Wird wetterfester Stahl dem natürlichen feucht-trocken-Wechsel ausgesetzt, bildet sich auf der Oberfläche des Metalls innerhalb von einem bis zwei Jahren eine fest haftende Rostschicht aus. Die Farbe ist zunächst ein helles Braun, das mit der Zeit immer dunkler wird.
  • Diese oberflächliche Rostschicht bewirkt, dass weniger Wasser und Sauerstoff an die Metallfläche gelangen – somit kann der wetterfeste Stahl nicht weiter rosten. Wichtig ist bei diesem Vorgang, dass die Oberfläche nach Feuchtzeiten immer wieder abtrocknen kann. Ist der Stahl Dauerfeuchtigkeit ausgesetzt, kann die Schutzschicht nicht ihre Wirkung entfalten – und der wetterfeste Stahl rostet wie herkömmlicher Stahl.
  • Durch andauernden Wasserkontakt (Wasser läuft an einer Stelle permanent über den wetterfesten Stahl) können sich auch Schlieren bilden. Dieser Effekt ist manchmal sogar gewünscht, verleiht er doch dem Material ein lebendiges Aussehen.
  • Bitte beachten Sie beim Kauf von Produkten aus wetterfestem Stahl, dass die Rostschicht unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann – kein Produkt sieht also wie das nächste aus.

Wetterfester Stahl in Architektur und Kunst

Wetterfester Baustahl wird schon seit vielen Jahrzehnten wegen seiner besonderen Ästhetik, seiner natürlichen Rostfärbung, bei Bauten und Skulpturen verwendet.

Der Architekt Eero Saarinen verkleidete 1960 die Fassadenelemente der amerikanischen Baumaschinenfirma John Deere mit wetterfestem Stahl. Die erdartige Farbe des Stahls korrespondierte mit dem Hauptprodukt der Firma, Landmaschinen, – ein Bezug, den Saarinen betonen wollte.

Auch Mies van der Rohe setzte wetterfesten Stahl als ästhetisches Element ein: Er wählte dieses Material für die Fassade des 1966 fertig gestellten Civic-Center-Hochhauses in Chicago.

Zahlreiche Künstler nutzen wetterfesten Stahl für ihre Skulpturen und Kunstwerke. Und in den letzten Jahren wird der wetterfeste Stahl mit seiner Rost-Optik auch in der Gartengestaltung gerne eingesetzt. Der natürliche Rost-Ton passt sehr gut zu modernen Materialien wie Beton oder Schieferstein.

(Ausführlichere Informationen über wetterfesten Baustahl finden Sie im Merkblatt 434 des Stahl-Informations-Zentrums.)

 

Wissen kompakt:

Unterschied zwischen wetterfestem Stahl, Cor-ten®-Stahl und Baustahl

Wetterfester Baustahl  ist Stahl, in dessen Legierung minimale Anteile von Kupfer und Chrom enthalten sind.

Aufgrund dieser Zusammensetzung bildet sich bei entsprechender Witterung (Wechsel von Feucht und Trocken) auf der Oberfläche von wetterfestem Stahl eine fest haftende Rostschicht aus. Diese verhindert, dass der Stahl „unten drunter“ weiter rostet. Die Rostschicht ist quasi eine Schutzschicht, die den Stahl vor weiterem Rosten schützt.

Regulärer Baustahl dagegen besitzt keine schützende Schicht: Durch die Einwirkung von Sauerstoff und Wasser schreitet das Verrosten bei diesem Material immer weiter fort.

COR-TEN®-Stahl ist eine geschützte Markenbezeichnung, die im Rahmen der Vermarktung von Stahl nur mit Erlaubnis des Markeninhabers (eines amerikanischen Stahlproduzenten) verwendet werden darf.


Was bedeutet Edelrost?

Begriffe wie Edelrost, Rost-Optik etc. sind nicht eindeutig: Hier sehen Sie oft erst in der Beschreibung des Artikels, ob es sich um wetterfesten Baustahl oder "nomalen" Baustahl handelt. Bedenken Sie bei Ihrer Wahl, dass wetterfester Stahl teurer ist. Manche Produkte aus dem günstigeren (rostenden) Baustahl werden vermutlich auch ihren Zweck erfüllen.




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